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Alte Synagoge Erfurt: Geschichte, Erfurter Schatz und UNESCO-Welterbe

Mitten in der Erfurter Altstadt, versteckt in einer kleinen Gasse nahe der Krämerbrücke, steht eines der bedeutendsten jüdischen Bauwerke Europas. Die Alte Synagoge gilt als älteste bis zum Dach erhaltene Synagoge Mitteleuropas. Ihre ältesten Teile stammen aus der Zeit um 1094. Seit 2023 gehört sie zum UNESCO-Welterbe „Jüdisch-mittelalterliches Erbe in Erfurt“.

Die Alte Synagoge auf einen Blick

  • Lage: Waagegasse, Erfurter Altstadt, wenige Schritte von Krämerbrücke und Fischmarkt
  • Älteste Bauteile: um 1094
  • Museum: seit 2009
  • Ausstellung: der Erfurter Schatz und hebräische Handschriften
  • UNESCO-Welterbe: seit 2023, zusammen mit der Mikwe und dem Steinernen Haus

Geschichte: Jahrhunderte im Verborgenen

Im Mittelalter lebte in Erfurt eine große und wohlhabende jüdische Gemeinde. Ihre Synagoge wurde ab dem späten 11. Jahrhundert gebaut und mehrfach erweitert. 1349, in der Zeit der großen Pestwelle, wurde die Gemeinde bei einem Pogrom ausgelöscht.

Die Stadt nahm das Gebäude in Besitz und baute es zu einem Lagerhaus um. Später wurden Zwischendecken eingezogen, im 19. und 20. Jahrhundert waren hier unter anderem ein Tanzsaal und eine Gaststätte untergebracht. Gerade diese Umbauten haben die Synagoge geschützt: Sie verschwand hinter neuen Nutzungen und blieb so erhalten.

Erst in den 1990er-Jahren wurde ihre Bedeutung wiederentdeckt. Die Stadt Erfurt erwarb das Gebäude, ließ es sorgfältig restaurieren und eröffnete 2009 darin ein Museum.

Der Erfurter Schatz

1998 stießen Bauarbeiter in der Michaelisstraße, nur wenige Straßen von der Synagoge entfernt, auf einen außergewöhnlichen Fund: einen Schatz, der vermutlich während des Pogroms von 1349 versteckt worden war. Er umfasst über 3.000 Silbermünzen, 14 Silberbarren und mehr als 700 Goldschmiedearbeiten. Das berühmteste Stück ist ein kunstvoller jüdischer Hochzeitsring.

Heute ist der Erfurter Schatz im Keller der Alten Synagoge ausgestellt und einer der Gründe, warum das Museum Besucher aus der ganzen Welt anzieht.

UNESCO-Welterbe in Erfurt

Seit 2023 steht das jüdisch-mittelalterliche Erbe Erfurts auf der UNESCO-Welterbeliste. Dazu gehören drei Orte:

  • die Alte Synagoge
  • die Mikwe, ein mittelalterliches jüdisches Ritualbad an der Gera, das 2007 wiederentdeckt wurde
  • das Steinerne Haus, ein mittelalterliches Wohnhaus eines jüdischen Besitzers

Tipps für deinen Besuch

  • Zeit einplanen: Für Ausstellung und Schatzkammer solltest du etwa eine Stunde rechnen.
  • Öffnungszeiten: Die aktuellen Zeiten und Eintrittspreise veröffentlicht die Stadt Erfurt auf ihrer Website.
  • Mikwe besuchen: Das Ritualbad liegt ganz in der Nähe und ist bei Führungen zugänglich.
  • Kombinieren: Die Krämerbrücke liegt nur wenige Gehminuten entfernt, der Petersberg ist in einer Viertelstunde erreicht.

Die Alte Synagoge als Bausatz

Unser Bausatz Alte Synagoge Erfurt zeigt die Seitenansicht mit Satteldach und den markanten Fenstern. Er besteht aus 10 Holzteilen, ist etwa 4,6 cm breit und steckt in einer Streichholzschachtel. Gefertigt wird er in Deutschland aus heimischen Hölzern, als kleine Hommage an das jüdisch-mittelalterliche Erbe unserer Stadt. Weitere Motive aus Erfurt findest du unter Bauwerke als Holzbausatz.

Häufige Fragen

Wie alt ist die Alte Synagoge in Erfurt?

Die ältesten Bauteile stammen aus der Zeit um 1094. Damit gilt sie als älteste bis zum Dach erhaltene Synagoge Mitteleuropas.

Was ist der Erfurter Schatz?

Ein 1998 entdeckter Schatzfund aus dem 14. Jahrhundert mit über 3.000 Silbermünzen, 14 Silberbarren und mehr als 700 Goldschmiedearbeiten, darunter ein jüdischer Hochzeitsring. Er ist in der Alten Synagoge ausgestellt.

Seit wann ist die Alte Synagoge UNESCO-Welterbe?

Seit 2023, als Teil des Welterbes „Jüdisch-mittelalterliches Erbe in Erfurt“ zusammen mit der Mikwe und dem Steinernen Haus.

Wo liegt die Alte Synagoge?

In der Waagegasse in der Erfurter Altstadt, nur wenige Schritte von Krämerbrücke und Fischmarkt entfernt.